sábado, 11 de abril de 2026

Xavier, der Weber — Was Dr. Jost über unseren Stammvater im Jahr 1825 schrieb

 

Archiv Wermelinger — afamiliawermelinger.blogspot.com


Am Silvesterabend 1825 setzte sich ein Schweizer Arzt hin, um einen Brief zu schreiben. Er befand sich in Campos dos Goytacazes, sechs Tagereisen von der Kolonie entfernt, die er hinter sich gelassen hatte. Er war 46 Jahre alt, hatte eine Ehefrau, vier lebende Kinder, und eine unterdrückte Wut, die nicht mehr in seine Brust passte.

Der Arzt hiess Johann Baptist Jost. Gebürtig aus Willisau, Kanton Luzern, war er sechs Jahre zuvor auf demselben Schiff wie François Xavier Wermelinger eingeschifft — die Heureux Voyage, die von „glücklicher Reise" herzlich wenig hatte. Nun schrieb er von der anderen Seite des Ozeans an Schultheiss Amrhyn, das Oberhaupt der Luzerner Regierung, um Rechenschaft über das Schicksal jeder einzelnen Luzerner Familie abzulegen, die im Juli 1819 die Schweiz verlassen hatte.

Der Brief, datiert vom 31. Dezember 1825, befindet sich im Staatsarchiv Luzern unter der Signatur AKT 24/60.B.3. Der vollständige Text wurde von Martin Nicoulin in La genèse de Nova Friburgo (Seiten 296–303) veröffentlicht. Es ist ein aussergewöhnliches Dokument — ein ungefilterter, unmittelbarer Bericht eines Augenzeugen.


Der Nachbar aus Willisau

Jost und Wermelinger waren nicht bloss Landsleute. In der offiziellen Namensliste der Luzerner Auswanderer (BF 52, Staatsarchiv Luzern) stehen ihre Namen nebeneinander:

Eintrag 35: Wermelinger Xavier — Willisau — 44 Jahre Eintrag 43: Jost Johann Baptist — Willisau — 40 Jahre — Arzt und Secretaire

Sie schifften sich gemeinsam ein. Sie überquerten zusammen den Atlantik. Sie kamen gemeinsam am 1. Januar 1820 in Nova Friburgo an. Xavier erhielt das Landstück Nr. 61. Jost erhielt ein anderes Stück in derselben Kolonie. Sie lebten in den ersten Jahren als Nachbarn, bis beide aus unterschiedlichen Gründen beschlossen, dass dieses kalte und unfruchtbare Land kein Ort war, um Kinder grosszuziehen.


„Sitzt im Wald mit den Affen"

In seinem Brief beschreibt Jost jede Luzerner Familie — eine nach der anderen, ohne Mitleid und ohne Beschönigung. Als Xavier an der Reihe ist, schreibt er:

„12. Wermelinger Xavier, von Willisau, — Trexler, — s Frau, und 7 oder 8 Kindern; nur simple. Hat Colonie-Land No. 61 verpachtet, und zog aus nach Macahé, etwas besser und wärmer als Colonie Land für Café. — sitzt allso im Wald mit den Affen."


Was uns diese Zeilen verraten

Jedes Wort zählt. Betrachten wir, was Jost offenbart:

Trexler — Weber. In der offiziellen Liste von 1819 (BF 52) war die Berufsspalte bei Xavier leer, während seine Listenachbarn als Zimmerleute, Schuster, Bäcker und Ärzte verzeichnet waren. Nun wissen wir: Xavier war Weber. Er arbeitete am Webstuhl in Willisau. Er war kein Bauer. Er war kein Bauhandwerker. Er war ein Mann der feinen Hände — der dazu gebracht wurde, tropischen Urwald mit der Axt zu fällen.

„Nur simple" — bloss einfach. Jost verschont in seinem Brief niemanden. Manchen nennt er „Säufer", „Tagdiebe", „Vagabonden". Über Xavier sagt er lediglich, er sei „simple" — einfache Leute, ohne Ansprüche, ohne Geld. Das ist keine Beleidigung. Es ist die Feststellung, dass Xavier kein Kapital hatte, um Sklaven, Maultiere oder fertige Höfe zu kaufen. Er hatte nur Arme, Familie und Sturheit.

„7 oder 8 Kindern" — 7 oder 8 Kinder. Xavier war mit 6 lebenden Kindern eingeschifft (ein siebtes, Johann Baptist, war am 28. November 1819 an Bord gestorben, mit nur einem Jahr). Im Jahr 1825, sechs Jahre nach der Ankunft, waren es bereits 7 oder 8. Die in Brasilien geborenen Kinder kamen schon nach. Die Familie wuchs selbst im Unglück.

„Verpachtet" — verpachtet. Xavier verkaufte das Landstück 61 in Nova Friburgo nicht. Er verpachtete es. Er behielt die Bindung an das Land, das ihm zugeteilt worden war, erkannte aber, dass dort kein Fortkommen möglich war. Die Kolonie lag in einer kalten Serra, wo, wie Jost selbst an anderer Stelle des Briefes beschreibt, „nur Bohnen, Mais, Kartoffeln bös, und Garten-Gewächs" gediehen; „denn alle Süd- und hinländischen zahme Gewächse und Früchten, z.B. Bananas, Ananas, Café, Pommeranzen, Zitronen u.s.w. Hunderte, wachsen zwar, sterben aber bey erstem Kaltwerden wieder ab."

„Macahé" — Umzug nach Macaé. Xavier stieg von der Serra hinab. Er suchte wärmeres, tiefer gelegenes Land, wo Kaffee wachsen konnte. Er ging nicht allein: Jost vermerkt, dass Josef Meyer, ein weiterer Luzerner Kolonist, „zog mit Wermelinger nach Macahé, um Cafe-pflanzen." Sie gingen zusammen, wie sie zusammen auf dem Schiff gewesen waren, wie sie zusammen von Willisau nach Basel, von Basel nach Rotterdam, von Rotterdam nach Texel, von Texel nach Rio de Janeiro, von Rio nach Nova Friburgo gezogen waren. Die Solidarität unter Landsleuten war das Einzige, was blieb, wenn alles andere versagte.

„Sitzt im Wald mit den Affen." Dieser Satz ist reiner Jost: scharf, direkt, beinahe grausam. Doch es ist kein Urteil — es ist eine wörtliche Beschreibung. Xavier sass mitten im atlantischen Regenwald, fällte Bäume, pflanzte Kaffee, umgeben von Affen. Ein Schweizer Weber mit 50 Jahren, im tropischen Urwald von Macaé. Das Bild ist zugleich absurd und heldenhaft.


Der Lebensweg, der sich abzeichnet

Mit dem Brief von Jost können wir nun die ersten Jahre Xaviers in Brasilien nachzeichnen:

Juli 1819 — Abreise aus Willisau mit Ehefrau Catharina Egglin (Kathrina Eggli) und sechs Kindern. Xavier ist 44 Jahre alt. Er verzichtet für immer auf sein Luzerner Bürgerrecht.

10. Oktober 1819 — Einschiffung auf der Heureux Voyage in Texel, Holland. Das Schiff trägt 442 Kolonisten aus dem Wallis, Luzern, Solothurn und Schwyz.

28. November 1819 — Johann Baptist Wermelinger, der jüngste Sohn, stirbt an Bord mit nur einem Jahr. Er ist eines von sechs auf See gestorbenen Luzerner Kindern.

1. Januar 1820 — Ankunft in Nova Friburgo. Zuteilung von Haus Nr. 81 und Landstück Nr. 61 in Morro Queimado.

1820–1822 — Versuch, das Land zu bewirtschaften. Das Klima ist zu kalt. Der Kaffee gedeiht nicht. Die vertraglich zugesicherten Versorgungsgüter kommen nicht an oder geraten in falsche Hände. Hunger droht.

~1822–1825 — Verpachtung des Landstücks 61 und Umzug nach Macaé mit Josef Meyer. Beginn des Kaffeeanbaus auf wärmerem Land. Neue Kinder werden geboren.

31. Dezember 1825 — Jost, auf der anderen Seite der Provinz, hält fest, was er gehört hat: Xavier sitzt im Wald von Macaé mit 7 oder 8 Kindern. Einfach. Am Leben. Pflanzend.

Später wird Xavier in die Aldeia da Pedra — das heutige Itaocara — weiterziehen, wo er um 1860 persönlich den Schweizer Diplomaten Johann Jakob von Tschudi treffen und ihm mit der Autorität eines Mannes, der alles durchlebt hat, sagen wird, dass „die ersten zwölf bis fünfzehn Jahre hart und voller bitterer Enttäuschungen waren, gezeichnet vom Elend — doch danach die Dinge besser wurden und er zufrieden lebte."


Dr. Jost — ein Porträt

Es lohnt sich, den Mann kennenzulernen, der über Xavier schrieb. Johann Baptist Jost wurde um 1779 in Willisau geboren. Er war Arzt und Sekretär — der einzige Akademiker unter den Luzerner Auswanderern. Er schiffte sich mit seiner Frau Marianna Barth und sechs Kindern ein. Zwei starben in den ersten Monaten: Marianna (3 Jahre) am 14. Januar 1820, und Genovefa (6 Monate) am 6. Dezember 1819.

Jost verliess die Kolonie im Herbst 1821. Er verbrachte dreieinhalb Monate in der Aldeia da Pedra, dann drei volle Jahre in São Fidélis und liess sich schliesslich in Campos dos Goytacazes nieder, wo er mit kaiserlichem Patent die Medizin ausübte. Er beschrieb sich selbst als „glücklich von 100 die 99 weg-practizierend".

Sein bester Freund war Wendelin Rüttimann, Goldschmied aus Sursee, der in einem gesonderten Brief aus derselben Zeit schrieb: „Dr. Joste von Willisau ist immer mein bester Kamerad und Freund gewesen, und danke ihm viel Gutthaten zu meinem Fortkommen."

Der Brief von Jost ist nicht neutral. Er prangert Korruption bei den aus der Schweiz gesandten Subsidien an, beschuldigt Mittelsmänner des Diebstahls und empört sich über die Benachteiligung der deutschsprachigen Kolonisten. Doch er ist auch nicht ungerecht: Er anerkennt, dass „wer auszog mit Gott! wer auszog mit Bedacht! wer daran dachte: Aller Anfang ist schwer, und Wir Eltern werden vieles erfahren und leiden müssen die Ersten Jahre, es ist aber unsere hohe Pflicht für unsere lieben Kinder zu sorgen" — dem erging es nicht schlecht.

Xavier Wermelinger, der einfache Weber, der in den Wald zu den Affen ging, scheint einer von diesen gewesen zu sein.


Die Quellen

Dieser Artikel stützt sich auf folgende Primärquellen, alle aufbewahrt im Staatsarchiv Luzern:

  • BF 52 — Offizielle Namensliste der Luzerner Auswanderer von 1819 (Nahmens-Verzeichnis der nach Brasilien ausgewanderten Individuen des Kantons Luzern)
  • AKT 24/60.B.3 — Brief von Johann Baptist Jost an Schultheiss Amrhyn, 31. Dezember 1825
  • AKT 24/60.B.3 — Brief von Josef Wendelin Rüttimann an Eduard Pfyffer, 11. August 1825
  • AKT 24/60.A.3 — Brief von Franz Hunkeler an Regierungsrat Vinzenz Hegi, 20. Mai 1820

Der vollständige Text des Jost-Briefes wurde veröffentlicht in: Nicoulin, Martin, La genèse de Nova Friburgo. Emigration et colonisation suisse au Brésil 1817–1827, Fribourg, 1973, S. 296–303.

Ein Buch über die Familie Wermelinger: Abib, Alberto Lima, A família Wermelinger: uma aventura em dois continentes (a imigração suíça de 1819/1820), Nova Friburgo, 2000.

Allgemeiner historischer Kontext: Bossard-Borner, Heidi, Im Bann der Revolution. Der Kanton Luzern 1798–1831/5, Luzern, 1998 (LHV 34), S. 297.


ANHANG I — Offizielle Namensliste der Luzerner Auswanderer, 1819 (Auszug)

Quelle: Staatsarchiv Luzern, Signatur BF 52 Nahmens-Verzeichnis der nach Brasilien ausgewanderten Individuen des Kantons Luzern, 1819

Das Originaldokument hält fest, dass die Auswanderer am 12. Heumonat (Juli) 1819 abreisten, unter der Aufsicht des von der Regierung eingesetzten Kommissars Hauptmann Kaspar Theiler aus Luzern, und dass sie für immer auf ihr bisheriges Heimatrecht im Kanton Luzern verzichteten.

Amt Willisau — Eintrag der Familie Wermelinger:

Nr. Name Heimatgemeinde Aufenthaltsort Alter Beruf Tod
35 Wermelinger Xavier Willisau Willisau 44
36 Kathrina Eggli 37
37 1. Xavier (Sohn) 10
38 2. Josef 7
39 3. Steffan 6
40 4. Johann Baptist 1 28.11.1819
41 5. Kathrina 9
42 6. Marianna 4

Folgender Eintrag — Familie Jost (Nachbarn in Willisau):

Nr. Name Heimatgemeinde Aufenthaltsort Alter Beruf Tod
43 Jost Johann Baptist Willisau Willisau 40 Arzt und Secretaire
44 Marianna Barth
45 1. Johann Baptist 9
46 2. Anton 7
47 3. Thomas 6
48 4. Franz 4
49 5. Marianna 3 14.1.1820
50 6. Genovefa ½ 6.12.1819

Anmerkung: Die letzte Spalte (Sterbedatum) wurde nachträglich ergänzt gemäss Abib, Lima, Wermelinger, S. 82 ff.


ANHANG II — Brief von Dr. Johann Baptist Jost, 31. Dezember 1825 (Auszüge)

Quelle: Staatsarchiv Luzern, Signatur AKT 24/60.B.3 Absender: Joh. Bapt. Joste, Arzt und Wundarzt, Campos dos Goytacazes Empfänger: Schultheiss Amrhyn, Luzern Veröffentlichung: Nicoulin, Martin, La genèse de Nova Friburgo, Fribourg, 1973, S. 296–303

Eintrag Nr. 12, über Xavier Wermelinger:

„12. Wermelinger Xavier, von Willisau, - Trexler, - s Frau, und 7 oder 8 Kindern; nur simple. Hat Colonie-Land No. 61 verpachtet, und zog aus nach Macahé, etwas besser und wärmer als Colonie Land für Café. - sitzt allso im Wald mit den Affen."

Eintrag Nr. 10, Josef Meyer (zog gemeinsam mit Xavier):

„10. Meyer Jos. - schon 2 mal Witwer in Colonie, und sey wieder verehel. - halbhölzerner Kerl, so-so. Zog mit Wermelinger nach Macahé, um Cafe-pflanzen. zanken alle Nachbarn brav Tochter in Rio verheyr. Sohn Jos. - weiss nicht."

Über die Kolonie und ihr Land:

„Denn Morro-Queimado liegt in einer hohen kalten u. angeerischen Serra, oder Gebirgskette, bey 40 Meilen, wie Bündten-Glarus,-Uri,-Wallis etc. zusammengesetzt allso hin und wieder nur ein etwas besseres Hochthal darin, um Bohnen, Mais, Kartoffeln bös, und Garten-Gewächs zu pflanzen; denn alle Süd- und hinländischen zahme Gewächse und Früchten, z.B. Bananas, Ananas, Café, -Pommeranzen, Zitronen u.s.w. Hunderte, wachsen zwar, sterben aber bey erstem Kaltwerden wieder ab."

Über den Erfolg und das Scheitern:

„Wer auszog mit Gott! - wer auszog mit Bedacht! wer daran dachte: - Aller Anfang ist schwer, und Wir Eltern werden vieles erfahren, und leiden müssen die Ersten Jahre, es ist aber unsere hohe Pflicht für unsere lieben Kinder zu sorgen, und Ihnen zu Ihrem Auf- und Fortkommen zu helfen."

Über die Korruption bei den Subsidien:

„Dass die armen Colonisten immerfort, von Anfang bis Dato, um eigenes, mitgebrachtes, versprochenes lt. Tractat, und Nachgesandtes zur Aufhilfe, beeinträchtigt, betrogen, u. bestohlen worden."

Über den Verfasser selbst:

„16. Joste, Joh. Bapt., von Willisau, seit 1821 Spätjahr. erstlich 3 1/2 Mon. in Aldéa de Pedra, bey Capuziner Ths. di Castelli etc., dann 3 volle Jahr bei Aldéa de S. Fideles, izt seit Ende März hier in Stadt Campos etabliert, und mit Kayserl. Patente als Arzt und Chirurg, glücklich von 100 = die 99 weg-practizierend; Mit Frau und 4 Knaben, gut zufrieden."

Unterschrift:

„Das wünscht aus innigstem Hertzen Hochderselben! immerfort dankbarer, und getreuer alter Mitbürger und Diener, Joh. Bapt. Joste, Arzt und Wundarzt, m.p. Beendigt heute den 31 Dezbre 1825."


ANHANG III — Brief von Franz Hunkeler, 20. Mai 1820 (Auszüge)

Quelle: Staatsarchiv Luzern, Signatur AKT 24/60.A.3 Absender: Franz Hunkeler, Nova Friburgo Empfänger: Regierungsrat Vinzenz Hegi, Luzern

Über die Toten auf See:

„Von dem Luzerner Convoi starben auf dem Meer nicht mehr als 6 Personen jedoch nur Kinder, nemlich 3 dem Josef Huober, 1 dem X. Wermelinger, und 2 dem Haslimann, obschon wir sehr enge eingepackt wurden."

Über die Überfahrt:

„Den 11ten Oktober 1819 fuhren wir 450 Köpf auf dem Schiffe der glücklichen Reise in Texel in Holland ab. Wir hatten immer guten Wind und würden gewiss in 7 Wochen in Rio Janeiro angekommen sein, wenn uns nicht auf dem Canarischen Meer nicht alle 3 Mastbäume abgebrochen wären."

Über die Zustände an Bord:

„Nichts ist auf dem Meer zu fürchten als bei einem solchen Transport von Menschen, so dass viele Ungeziefer, alles, niemand ausgenommen wird voll Läuse und Flöch."

Liste der Luzerner Toten bis Mai 1820:

„Gestorben sind nun von Luzern von Haus bis dato a. von Familie Büttler Kind — 2 b. Haslimann Kind — 2 c. Hecht Alois Sohn — 1 d. Huobers Frau und Kinder — 5 e. Hunkelers Frau und 2 Kinder — 3 f. Luterbach alt und Kind — 2 g. Meyers Frau und 2 Kind — 3 h. Michel Rütiman und Frau und 1 Kind — 3 i. Wendel Rütimans Frau und Kind — 2 k. Jost Babtist Kinder — 2 l. Wetterwald Familie ganz bis an 1 Kind — 6 m. Wermelinger Kind — 1"

Insgesamt: 32 Luzerner Tote zwischen der Abreise (Juli 1819) und Mai 1820. Von 140 Ausgereisten kamen 108 lebend an und überlebten die ersten Monate. Die Familie Wetterwald aus Ohlisrüti bei Willisau verlor fast alle Mitglieder — der Vater starb in Holland, die Ehefrau und vier Kinder starben in Nova Friburgo; nur ein Kind überlebte.


ANHANG IV — Brief von Wendelin Rüttimann, 11. August 1825 (Auszüge)

Quelle: Staatsarchiv Luzern, Signatur AKT 24/60.B.3 Absender: Josef Wendelin Rüttimann, Campos dos Goytacazes Empfänger: Eduard Pfyffer, Präsident des Polizei-Raths, Luzern

Über die Freundschaft mit Dr. Jost:

„Schon auf unserer ganzen Reise und fortwährend in diesem unserm neuen Vaterlande ist Dr. Joste von Willisau immer mein bester Kamerad und Freund gewesen, und danke ihm viel Gutthaten zu meinem Fortkommen. Er ist glüklich und wohl."

Über das Land der Kolonie:

„Wäre unsere in eine solche fruchtbare Gegend verlegt worden – ja! es wäre wohl anders gegangen. Aber wo sie ist, kann und wird nichts werden. Zu kalt. Nur Mais, Bohnen und Erdäpfel kommen davon."

Über die Aldeia da Pedra und die Zerstreuung:

„Viele sind nach Minas, Aldèa da Pedra, haben Land umsonst bekommen, und stehn nicht bös, was will aber ein Mann allein mit Weib und kleinen Kindern machen, die ihm nichts helfen können."

Über die persönlichen Verluste von Rüttimann:

„In Medenblek, einer Stadt in Holland, starb mein Töchterlein Mariannli, schon krank in Dordrecht eingeschift; in Neufreiburg am 12. Horner 1820 starb meine liebe Gattin Margaritha Imbach an einer unglüklichen Niederkunft, und abgeschwächt von den Beschwerden der Reise und mehreren Umständen."


ANHANG V — Webseite des Staatsarchivs Luzern über Nova Friburgo

Das Staatsarchiv Luzern unterhält eine Seite zur Luzerner Auswanderung von 1819, verfasst von Markus Lischer, mit der Namensliste BF 52, Briefauszügen und Literaturangaben. Abrufbar unter:

https://staatsarchiv.lu.ch/schaufenster (Rubrik Nova Friburgo)

Die Primärquellen sind in einer Archivschachtel mit der Signatur AKT 24/60 vereinigt, die die Briefe von Hunkeler (1820), Rüttimann (1825) und Jost (1825) sowie das Reise-Reglement enthält. Die Namensliste befindet sich unter der Signatur BF 52.

Das Staatsarchiv besitzt zudem in seiner Bibliothek:

  • Abib, Alberto Lima, A família Wermelinger: uma aventura em dois continentes, Nova Friburgo, 2000. Signatur: G.h 37
  • Abib, Alberto Lima, E os Suíços chegaram!!, Nova Friburgo, 2004. Signatur: Bro B 2756

Weitere vom Staatsarchiv zitierte Literatur:

  • Nicoulin, Martin, La genèse de Nova Friburgo. Emigration et colonisation suisse au Brésil 1817–1827, Fribourg, 1973
  • Bucher-Häfliger, Josef, „Rottaler finden in Brasilien eine neue Heimat", Willisauer Bote, 23. Mai 1997
  • Jurt, Joseph, „Auf Willisauer Spuren in Brasilien", Quattro, Nr. 1, 3. Januar 2004
  • Jurt, Joseph, „Schweizer Emigration nach Brasilien. Aus der Sicht des Willisauers Joseph Hecht", Heimatkunde Wiggertal 2026, S. 153–161
  • Weibel-Knupp, Anita, „Schweizer Auswanderung nach Brasilien 1819", Jahrbuch SGFF 42 (2015), S. 223–268

Tiago Torres Wermelinger Duas Barras, Rio de Janeiro, Brasilien April 2026

Direkter Nachkomme von François Xavier Wermelinger (Willisau ~1775 — Brasilien ~1870)

Xavier, o tecelão — O que o Dr. Jost escreveu sobre nosso patriarca em 1825


Arquivo Wermelinger — afamiliawermelinger.blogspot.com


Na véspera do Ano Novo de 1825, um médico suíço sentou-se para escrever uma carta. Estava em Campos dos Goytacazes, a seis dias de viagem da colônia que havia deixado para trás. Tinha 46 anos, uma esposa, quatro filhos vivos, e uma raiva contida que não cabia mais no peito.

O médico chamava-se Johann Baptist Jost. Natural de Willisau, cantão de Lucerna, havia embarcado seis anos antes no mesmo navio que François Xavier Wermelinger — o Heureux Voyage, que de "viagem feliz" teve muito pouco. Agora, do outro lado do oceano, escrevia ao Schultheiss Amrhyn, chefe do governo de Lucerna, para prestar contas do que havia acontecido com cada uma das famílias lucernesas que tinham deixado a Suíça em julho de 1819.

A carta, datada de 31 de dezembro de 1825, encontra-se no Staatsarchiv Luzern, sob a signatura AKT 24/60.B.3. O texto completo foi publicado por Martin Nicoulin em La genèse de Nova Friburgo (páginas 296-303). É um documento extraordinário — um relato direto, sem filtros, de quem viveu o que descreve.


O vizinho de Willisau

Jost e Wermelinger não eram apenas conterrâneos. Na lista oficial dos emigrantes lucerneses (BF 52, Staatsarchiv Luzern), seus nomes aparecem lado a lado:

Entrada 35: Wermelinger Xavier — Willisau — 44 anos Entrada 43: Jost Johann Baptist — Willisau — 40 anos — Arzt und Secretaire

Embarcaram juntos. Cruzaram o Atlântico no mesmo navio. Chegaram juntos a Nova Friburgo em 1º de janeiro de 1820. Xavier recebeu o lote nº 61. Jost recebeu outro lote na mesma colônia. Viveram como vizinhos nos primeiros anos, até que ambos, por razões diferentes, decidiram que aquela terra gelada e estéril não era lugar para criar filhos.


"Sitzt im Wald mit den Affen"

Na carta, Jost descreve cada família lucernesa — uma por uma, sem piedade e sem enfeite. Quando chega a vez de Xavier, escreve:

"Wermelinger Xavier, von Willisau, — Trexler, — s Frau, und 7 oder 8 Kindern; nur simple. Hat Colonie-Land No. 61 verpachtet, und zog aus nach Macahé, etwas besser und wärmer als Colonie Land für Café. — sitzt allso im Wald mit den Affen."

Em tradução:

"Wermelinger Xavier, de Willisau — tecelão — sua esposa e 7 ou 8 filhos; apenas simples. Arrendou o lote colonial nº 61 e mudou-se para Macaé, um pouco melhor e mais quente do que a terra da colônia para café. — Está, portanto, sentado na mata com os macacos."


O que essas linhas nos dizem

Cada palavra importa. Vejamos o que Jost revela:

Trexler — tecelão. Na lista oficial de 1819 (BF 52), a coluna de profissão de Xavier estava vazia, enquanto seus vizinhos de lista eram marcados como carpinteiros, sapateiros, padeiros e médicos. Agora sabemos: Xavier era tecelão. Trabalhava com tear em Willisau. Não era agricultor. Não era artesão da construção. Era um homem das mãos finas — que foi colocado para derrubar floresta tropical com machado.

"Nur simple" — apenas simples. Jost não poupa ninguém em sua carta. Há quem ele chame de "bêbado", de "vagabundo", de "preguiçoso". De Xavier, diz apenas que era "simples" — gente humilde, sem pretensões, sem dinheiro. Não é um insulto. É a constatação de que Xavier não tinha capital para comprar escravos, mulas ou fazendas prontas. Tinha apenas braços, família e teimosia.

"7 oder 8 Kindern" — 7 ou 8 filhos. Xavier embarcou com 6 filhos vivos (um sétimo, Johann Baptist, morreu a bordo em 28 de novembro de 1819, com apenas um ano de idade). Em 1825, seis anos depois da chegada, já havia 7 ou 8. Os filhos nascidos no Brasil já estavam chegando. A família crescia mesmo na adversidade.

"Verpachtet" — arrendou. Xavier não vendeu o lote 61 em Nova Friburgo. Arrendou-o. Manteve o vínculo com a terra que recebera, mas reconheceu que ali não era possível prosperar. A colônia ficava numa serra fria, onde, como o próprio Jost descreve em outro trecho da carta, "só nascem milho, feijão e batatas mal feitas; todos os frutos tropicais — bananas, abacaxis, café, laranjas, limões — crescem, mas morrem ao primeiro frio."

"Macahé" — mudou-se para Macaé. Xavier desceu a serra. Buscou terra mais quente, mais baixa, onde o café pudesse crescer. Não foi sozinho: Jost anota que Josef Meyer, outro colono lucernês, "zog mit Wermelinger nach Macahé" — mudou-se junto com Wermelinger para Macaé. Iam juntos, como haviam ido juntos no navio, como haviam ido juntos de Willisau a Basileia, de Basileia a Roterdã, de Roterdã a Texel, de Texel ao Rio de Janeiro, do Rio a Nova Friburgo. A solidariedade entre conterrâneos era o que restava quando tudo o mais falhava.

"Sitzt im Wald mit den Affen" — está sentado na mata com os macacos. Essa frase é puro Jost: ácido, direto, quase cruel. Mas não é um julgamento — é uma descrição literal. Xavier estava em plena Mata Atlântica, derrubando árvores, plantando café, cercado de macacos. Um tecelão suíço de 50 anos, na floresta tropical de Macaé. A imagem é ao mesmo tempo absurda e heroica.


A trajetória que se desenha

Com a carta de Jost, podemos agora reconstruir os primeiros anos de Xavier no Brasil:

1819, julho — Parte de Willisau com a esposa Catharina Egglin (Kathrina Eggli) e seis filhos. Xavier tem 44 anos. Renuncia para sempre ao direito de cidadão de Lucerna.

1819, 10 de outubro — Embarca no Heureux Voyage em Texel, Holanda. O navio leva 442 colonos de Valais, Lucerna, Soleure e Schwyz.

1819, 28 de novembro — Johann Baptist Wermelinger, o filho mais novo, com apenas um ano de idade, morre a bordo. É um dos seis lucerneses mortos no mar — todos crianças.

1820, 1º de janeiro — Chega a Nova Friburgo. Recebe a casa nº 81 e o lote nº 61 em Morro Queimado.

1820-1822 — Tenta cultivar a terra. O clima é frio demais. O café não vinga. As provisões prometidas pelo tratado não chegam, ou chegam nas mãos erradas. A fome ronda.

~1822-1825 — Arrenda o lote 61 e desce para Macaé com Josef Meyer. Começa a plantar café em terra mais quente. Novos filhos nascem.

1825, 31 de dezembro — Jost, do outro lado do estado, registra o que ouviu: Xavier está na mata de Macaé com 7 ou 8 filhos. Simples. Vivo. Plantando.

Mais tarde, Xavier seguirá para a Aldeia da Pedra — atual Itaocara — onde, por volta de 1860, encontrará pessoalmente o diplomata suíço Johann Jakob von Tschudi e lhe dirá, com a autoridade de quem viveu tudo, que "os primeiros doze a quinze anos foram duros e cheios de amargas decepções, marcados pela miséria — mas depois, as coisas melhoraram, e ele vivia satisfeito."


O Dr. Jost — um retrato

Vale conhecer o homem que escreveu sobre Xavier. Johann Baptist Jost nasceu em Willisau por volta de 1779. Era médico e secretário — o único profissional liberal entre os emigrantes lucerneses. Embarcou com a esposa Marianna Barth e seis filhos. Dois morreram nos primeiros meses: Marianna (3 anos) em 14 de janeiro de 1820, e Genovefa (6 meses) em 6 de dezembro de 1819.

Jost saiu da colônia em 1821. Passou três meses e meio na Aldeia da Pedra, depois três anos em São Fidélis, e finalmente estabeleceu-se em Campos dos Goytacazes, onde exerceu a medicina com licença imperial. Descrevia-se como "glücklich von 100 die 99 weg-practizierend" — "curando felizmente 99 de cada 100".

Seu melhor amigo era Wendelin Rüttimann, ourives de Sursee, que em carta separada da mesma época escreveu: "Dr. Joste von Willisau ist immer mein bester Kamerad und Freund gewesen" — "o Dr. Jost de Willisau sempre foi meu melhor camarada e amigo."

A carta de Jost não é neutra. Ele denuncia corrupção nos subsídios enviados da Suíça, acusa intermediários de roubo, e se revolta com a discriminação contra os colonos de fala alemã. Mas tampouco é injusto: reconhece que "quem saiu com Deus, quem saiu com prudência, quem pensou 'todo começo é difícil' e cuidou dos filhos — a esse não foi mal."

Xavier Wermelinger, o tecelão simples que foi para a mata com os macacos, parece ter sido um desses.


As fontes

Este artigo baseia-se nas seguintes fontes primárias, todas preservadas no Staatsarchiv Luzern:

  • BF 52 — Lista oficial dos emigrantes lucerneses de 1819 (Nahmens-Verzeichnis der nach Brasilien ausgewanderten Individuen des Kantons Luzern)
  • AKT 24/60.B.3 — Carta de Johann Baptist Jost ao Schultheiss Amrhyn, 31 de dezembro de 1825
  • AKT 24/60.B.3 — Carta de Josef Wendelin Rüttimann a Eduard Pfyffer, 11 de agosto de 1825
  • AKT 24/60.A.3 — Carta de Franz Hunkeler ao Conselheiro Vinzenz Hegi, 20 de maio de 1820

O texto integral da carta de Jost foi publicado em: Nicoulin, Martin, La genèse de Nova Friburgo. Emigration et colonisation suisse au Brésil 1817-1827, Fribourg, 1973, pp. 296-303.

Um livro dedicado à família Wermelinger: Abib, Alberto Lima, A família Wermelinger: uma aventura em dois continentes (a imigração suíça de 1819/1820), Nova Friburgo, 2000.

Contexto histórico geral: Bossard-Borner, Heidi, Im Bann der Revolution. Der Kanton Luzern 1798-1831/5, Luzern, 1998 (LHV 34), p. 297.


ANEXO I — Lista oficial dos emigrantes lucerneses, 1819 (excerto)

Fonte: Staatsarchiv Luzern, signatura BF 52 Nahmens-Verzeichnis der nach Brasilien ausgewanderten Individuen des Kantons Luzern, 1819

O documento original registra que os emigrantes partiram em 12 de julho de 1819 ("unterm 12. Heumonat"), sob a supervisão do comissário Hauptmann Kaspar Theiler de Lucerna, e que renunciaram para sempre ao direito de cidadania no cantão de Lucerna ("auf immer auf ihr bisher im Kanton Luzern besessenes Heimatrecht Verzicht geleistet").

Amt Willisau — Entrada da família Wermelinger:

Nome Heimatgemeinde Aufenthaltsort Idade Beruf Tod
35 Wermelinger Xavier Willisau Willisau 44
36 Kathrina Eggli 37
37 1. Xavier (filho) 10
38 2. Josef 7
39 3. Steffan 6
40 4. Johann Baptist 1 28.11.1819
41 5. Kathrina 9
42 6. Marianna 4

Entrada seguinte — família Jost (vizinhos em Willisau):

Nome Heimatgemeinde Aufenthaltsort Idade Beruf Tod
43 Jost Johann Baptist Willisau Willisau 40 Arzt und Secretaire
44 Marianna Barth
45 1. Johann Baptist 9
46 2. Anton 7
47 3. Thomas 6
48 4. Franz 4
49 5. Marianna 3 14.1.1820
50 6. Genovefa ½ 6.12.1819

Nota: A última coluna (Sterbedatum) foi acrescentada posteriormente com base em Abib, Lima, Wermelinger, p. 82 e seguintes.


ANEXO II — Carta do Dr. Johann Baptist Jost, 31 de dezembro de 1825 (excertos)

Fonte: Staatsarchiv Luzern, signatura AKT 24/60.B.3 Remetente: Joh. Bapt. Joste, Arzt und Wundarzt, Campos dos Goytacazes Destinatário: Schultheiss Amrhyn, Luzern Publicação: Nicoulin, Martin, La genèse de Nova Friburgo, Fribourg, 1973, pp. 296-303

Trecho original — entrada nº 12, sobre Xavier Wermelinger:

"12. Wermelinger Xavier, von Willisau, - Trexler, - s Frau, und 7 oder 8 Kindern; nur simple. Hat Colonie-Land No. 61 verpachtet, und zog aus nach Macahé, etwas besser und wärmer als Colonie Land für Café. - sitzt allso im Wald mit den Affen."

Tradução: "Wermelinger Xavier, de Willisau — tecelão — sua esposa e 7 ou 8 filhos; apenas simples. Arrendou o lote colonial nº 61 e mudou-se para Macaé, um pouco melhor e mais quente do que a terra da colônia para café. Está, portanto, sentado na mata com os macacos."

Trecho original — entrada nº 10, Josef Meyer (migrou junto com Xavier):

"10. Meyer Jos. - schon 2 mal Witwer in Colonie, und sey wieder verehel. - halbhölzerner Kerl, so-so. Zog mit Wermelinger nach Macahé, um Cafe-pflanzen. zanken alle Nachbarn brav Tochter in Rio verheyr. Sohn Jos. - weiss nicht."

Tradução: "Meyer Josef — já duas vezes viúvo na colônia, e casou-se de novo — sujeito meio grosso, assim-assim. Mudou-se com Wermelinger para Macaé para plantar café. Briga bravamente com todos os vizinhos. Filha casada no Rio. Filho Josef — não sei."

Trecho original — sobre a terra da colônia:

"Denn Morro-Queimado liegt in einer hohen kalten u. angeerischen Serra, oder Gebirgskette, bey 40 Meilen, wie Bündten-Glarus,-Uri,-Wallis etc. zusammengesetzt allso hin und wieder nur ein etwas besseres Hochthal darin, um Bohnen, Mais, Kartoffeln bös, und Garten-Gewächs zu pflanzen; denn alle Süd - und hinländischen zahme Gewächse und Früchten, z.B. Bananas, Ananas, Café, -Pommeranzen, Zitronen u. s. w. Hunderte, wachsen zwar, sterben aber bey erstem Kaltwerden wieder ab."

Tradução: "Pois Morro Queimado fica numa serra alta, fria e hostil, a 40 milhas, como Grisões-Glaris-Uri-Valais juntos — portanto, aqui e ali apenas um vale alto um pouco melhor, para plantar feijão, milho, batatas mal feitas e hortaliças; pois todos os frutos tropicais cultivados — bananas, abacaxis, café, laranjas, limões etc. — crescem, é verdade, mas morrem ao primeiro frio."

Trecho original — sobre quem prosperou:

"Wer auszog mit Gott! - wer auszog mit Bedacht! wer daran dachte: - Aller Anfang ist schwer, und Wir Eltern werden vieles erfahren, und leiden müssen die Ersten Jahre, es ist aber unsere hohe Pflicht für unsere lieben Kinder zu sorgen, und Ihnen zu Ihrem Auf- und Fortkommen zu helfen."

Tradução: "Quem saiu com Deus! Quem saiu com prudência! Quem pensou: todo começo é difícil, e nós, pais, teremos de suportar e sofrer muito nos primeiros anos, mas é nosso alto dever cuidar dos nossos queridos filhos e ajudá-los a progredir e prosperar."

Trecho original — sobre a corrupção nos subsídios:

"Dass die armen Colonisten immerfort, von Anfang bis Dato, um eigenes, mitgebrachtes, versprochenes lt. Tractat, und Nachgesandtes zur Aufhilfe, beeinträchtigt, betrogen, u. bestohlen worden."

Tradução: "Que os pobres colonos foram, desde o início até hoje, prejudicados, enganados e roubados — tanto no que era próprio e trazido de casa, como no que lhes fora prometido pelo tratado, e no que lhes foi enviado posteriormente como auxílio."

Trecho original — sobre o próprio Jost:

"16. Joste, Joh. Bapt., von Willisau, seit 1821 Spätjahr. erstlich 3 1/2 Mon. in Aldéa de Pedra, bey Capuziner Ths. di Castelli etc., dann 3 volle Jahr bei Aldéa de S. Fideles, izt seit Ende März hier in Stadt Campos etabliert, und mit Kayserl. Patente als Arzt und Chirurg, glücklich von 100 = die 99 weg-practizierend; Mit Frau und 4 Knaben, gut zufrieden."

Tradução: "Jost, Joh. Bapt., de Willisau, desde o outono de 1821. Primeiro 3½ meses na Aldeia da Pedra, com os capuchinhos de Ths. di Castelli etc., depois 3 anos inteiros em Aldeia de São Fidélis, agora desde fins de março aqui na cidade de Campos estabelecido, e com patente imperial como médico e cirurgião, felizmente curando 99 de cada 100; com esposa e 4 meninos, bem satisfeito."

Assinatura:

"Das wünscht aus innigstem Hertzen Hochderselben! immerfort dankbarer, und getreuer alter Mitbürger und Diener, Joh. Bapt. Joste, Arzt und Wundarzt, m.p. Beendigt heute den 31 Dezbre 1825."


ANEXO III — Carta de Franz Hunkeler, 20 de maio de 1820 (excertos)

Fonte: Staatsarchiv Luzern, signatura AKT 24/60.A.3 Remetente: Franz Hunkeler, Nova Friburgo Destinatário: Conselheiro Vinzenz Hegi, Luzern

Trecho original — sobre as mortes no mar:

"Von dem Luzerner Convoi starben auf dem Meer nicht mehr als 6 Personen jedoch nur Kinder, nemlich 3 dem Josef Huober, 1 dem X. Wermelinger, und 2 dem Haslimann, obschon wir sehr enge eingepackt wurden."

Tradução: "Do comboio de Lucerna não morreram no mar mais que 6 pessoas, porém apenas crianças: 3 de Josef Huber, 1 de X. Wermelinger, e 2 de Haslimann, embora estivéssemos amontoados muito apertados."

Trecho original — sobre a travessia:

"Den 11ten Oktober 1819 fuhren wir 450 Köpf auf dem Schiffe der glücklichen Reise in Texel in Holland ab. Wir hatten immer guten Wind und würden gewiss in 7 Wochen in Rio Janeiro angekommen sein, wenn uns nicht auf dem Canarischen Meer nicht alle 3 Mastbäume abgebrochen wären."

Tradução: "Em 11 de outubro de 1819 partimos, 450 almas no navio da Viagem Feliz, de Texel na Holanda. Tivemos sempre bom vento e certamente teríamos chegado ao Rio de Janeiro em 7 semanas, se no mar das Canárias não tivessem quebrado todos os 3 mastros."

Trecho original — sobre a chegada e as condições:

"Nichts ist auf dem Meer zu fürchten als bei einem solchen Transport von Menschen, so dass viele Ungeziefer, alles, niemand ausgenommen wird voll Läuse und Flöch."

Tradução: "Nada há a temer no mar, a não ser, num transporte de gente como este, a praga de parasitas: todos, sem exceção, ficam cobertos de piolhos e pulgas."

Trecho original — lista de mortos lucerneses até maio de 1820:

"Gestorben sind nun von Luzern von Haus bis dato a. von Familie Büttler Kind — 2 b. Haslimann Kind — 2 c. Hecht Alois Sohn — 1 d. Huobers Frau und Kinder — 5 e. Hunkelers Frau und 2 Kinder — 3 f. Luterbach alt und Kind — 2 g. Meyers Frau und 2 Kind — 3 h. Michel Rütiman und Frau und 1 Kind — 3 i. Wendel Rütimans Frau und Kind — 2 k. Jost Babtist Kinder — 2 l. Wetterwald Familie ganz bis an 1 Kind — 6 m. Wermelinger Kind — 1"

Total: 32 mortos lucerneses entre a partida (julho de 1819) e maio de 1820. De 140 que partiram, chegaram vivos e sobreviveram aos primeiros meses 108 pessoas. A família Wetterwald, de Ohlisrüti perto de Willisau, perdeu quase todos — o pai morreu na Holanda, a esposa e quatro filhos morreram em Nova Friburgo, sobrando apenas uma criança.


ANEXO IV — Carta de Wendelin Rüttimann, 11 de agosto de 1825 (excertos)

Fonte: Staatsarchiv Luzern, signatura AKT 24/60.B.3 Remetente: Josef Wendelin Rüttimann, Campos dos Goytacazes Destinatário: Eduard Pfyffer, Presidente do Polizei-Rath, Luzern

Trecho original — sobre a amizade com o Dr. Jost:

"Schon auf unserer ganzen Reise und fortwährend in diesem unserm neuen Vaterlande ist Dr. Joste von Willisau immer mein bester Kamerad und Freund gewesen, und danke ihm viel Gutthaten zu meinem Fortkommen. Er ist glüklich und wohl."

Tradução: "Já durante toda a nossa viagem e continuamente nesta nossa nova pátria, o Dr. Jost de Willisau sempre foi meu melhor camarada e amigo, e devo-lhe muitas boas ações para o meu progresso. Ele está feliz e bem."

Trecho original — sobre a terra da colônia:

"Wäre unsere in eine solche fruchtbare Gegend verlegt worden – ja! es wäre wohl anders gegangen. Aber wo sie ist, kann und wird nichts werden. Zu kalt. Nur Mais, Bohnen und Erdäpfel kommen davon."

Tradução: "Se a nossa [colônia] tivesse sido colocada numa região tão fértil assim — sim! tudo teria sido diferente. Mas onde ela está, nada pode nem vai resultar. Frio demais. Só milho, feijão e batatas saem dali."

Trecho original — sobre a Aldeia da Pedra e a Dispersão:

"Viele sind nach Minas, Aldèa da Pedra, haben Land umsonst bekommen, und stehn nicht bös, was will aber ein Mann allein mit Weib und kleinen Kindern machen, die ihm nichts helfen können."

Tradução: "Muitos foram para Minas, Aldeia da Pedra, receberam terra de graça e não estão mal — mas o que pode fazer um homem sozinho com esposa e filhos pequenos, que em nada podem ajudá-lo?"

Trecho original — sobre as perdas pessoais de Rüttimann:

"In Medenblek, einer Stadt in Holland, starb mein Töchterlein Mariannli, schon krank in Dordrecht eingeschift; in Neufreiburg am 12. Horner 1820 starb meine liebe Gattin Margaritha Imbach an einer unglüklichen Niederkunft, und abgeschwächt von den Beschwerden der Reise und mehreren Umständen."

Tradução: "Em Medemblik, uma cidade na Holanda, morreu a minha filhinha Mariannli, já doente ao ser embarcada em Dordrecht; em Nova Friburgo, a 12 de fevereiro de 1820, morreu a minha querida esposa Margaritha Imbach de um parto infeliz, enfraquecida pelas agruras da viagem e várias circunstâncias."


ANEXO V — Página do Staatsarchiv Luzern sobre Nova Friburgo

O Staatsarchiv Luzern mantém uma página dedicada à emigração lucernesa de 1819, redigida por Markus Lischer, com a lista BF 52, excertos das cartas e referências bibliográficas. Disponível em:

https://staatsarchiv.lu.ch/schaufenster (seção Nova Friburgo)

A página informa que as fontes primárias estão reunidas numa caixa de arquivo com a signatura AKT 24/60, contendo as cartas de Hunkeler (1820), Rüttimann (1825) e Jost (1825), além do regulamento da viagem. A lista de nomes encontra-se sob a signatura BF 52.

O Staatsarchiv também possui na sua biblioteca:

  • Abib, Alberto Lima, A família Wermelinger: uma aventura em dois continentes, Nova Friburgo, 2000. Signatura: G.h 37
  • Abib, Alberto Lima, E os Suíços chegaram!!, Nova Friburgo, 2004. Signatura: Bro B 2756

Bibliografia adicional citada pelo Staatsarchiv:

  • Nicoulin, Martin, La genèse de Nova Friburgo. Emigration et colonisation suisse au Brésil 1817-1827, Fribourg, 1973
  • Bucher-Häfliger, Josef, "Rottaler finden in Brasilien eine neue Heimat", Willisauer Bote, 23 de maio de 1997
  • Jurt, Joseph, "Auf Willisauer Spuren in Brasilien", Quattro, Nr. 1, 3 de janeiro de 2004
  • Jurt, Joseph, "Schweizer Emigration nach Brasilien. Aus der Sicht des Willisauers Joseph Hecht", Heimatkunde Wiggertal 2026, pp. 153-161
  • Weibel-Knupp, Anita, "Schweizer Auswanderung nach Brasilien 1819", Jahrbuch SGFF 42 (2015), pp. 223-268

Tiago Torres Wermelinger Duas Barras, Rio de Janeiro, Brasil Abril de 2026

Descendente direto de François Xavier Wermelinger (Willisau ~1775 — Brasil ~1870)

sábado, 4 de abril de 2026

Entre Dois Mundos: A Identidade Híbrida dos Wermelinger



O Atlântico, em sua vasta e indiferente beleza, guarda segredos e histórias que moldam identidades por gerações. Há mais de dois séculos, suas águas testemunharam uma travessia que transformaria para sempre o destino de uma família suíça, lançando as sementes de uma identidade híbrida em terras tropicais. Em 1819, o navio "Heureux Voyage" zarpou da Europa, carregado não apenas de bagagens, mas de esperanças e de um futuro incerto para cerca de 2.000 colonos suíços, recrutados por Sebastian Nicolas Gachet a mando de D. João VI. Entre eles, estava François Xaver Wermelinger, nascido em 1775 em Willisau, Cantão de Lucerna, Suíça, o patriarca que iniciaria a linhagem brasileira.

A viagem, um prelúdio das adversidades que viriam, foi marcada pela dor. A bordo do "Heureux Voyage", a esperança de uma nova vida foi brutalmente interrompida para João Batista Wermelinger, nascido em Lucerna em 1818, filho de François Xaver e Catharina Egglin. Sua pequena vida se encerrou em 20 de dezembro de 1819, antes mesmo de pisar em solo brasileiro, um triste presságio das duras realidades que aguardavam os colonos. A chegada ao Rio de Janeiro, em 1º de janeiro de 1820, foi um misto de alívio e espanto diante de uma paisagem e um clima tão distintos dos Alpes suíços.

A promessa de terras férteis e um recomeço foi a força motriz, mas a realidade em Nova Friburgo, fundada em 1820 em homenagem à cidade suíça de Fribourg/Freiburg, revelou-se um desafio hercúleo. As terras não estavam preparadas, faltavam ferramentas, provisões escasseavam e as doenças tropicais – malária e febre amarela – ceifavam vidas, contribuindo para uma alta mortalidade nos primeiros anos. O isolamento geográfico somava-se à dificuldade de adaptar culturas europeias, como trigo e batata, ao solo e clima brasileiros, exigindo uma transição para o café e outras culturas tropicais. Nova Friburgo representou a primeira tentativa sistemática de imigração europeia não-portuguesa ao Brasil, um marco histórico anterior até mesmo à imigração alemã ao sul do país em 1824.

François Xaver e sua esposa, Catharina Egglin, que faleceria em Nova Friburgo em 1º de agosto de 1853, sem testamento e deixando sete filhos, segundo o "Livro da Família Monnerat" de 1945, enfrentaram essas provações com resiliência. A família Wermelinger, profundamente católica, como era a tradição no Cantão de Lucerna, encontrou na fé um pilar de sustentação, com registros de batismos e casamentos na Catedral de Nova Friburgo e igrejas matrizes confirmando essa prática desde a chegada.

A segunda geração dos Wermelinger começou a fincar raízes mais profundas. Os filhos de François Xavier e Catharina Egglin, como Catharina Wermelinger, que se casou com Johann Erthal em 1830 e se tornou matriarca da família Erthal (conforme documentos ID=12 e ID=14 e o "Livro da Família Monnerat"), e Marianna Wermelinger, nascida em Delemont em 1816 e casada com Francisco Monnerat em Nova Friburgo em 1836 (Livro Monnerat 1945, p. 60), exemplificam a rápida integração e a formação de novas alianças familiares. Outros filhos, como Conrado, Estevam, Henrique, José Antonio, José, Margarida e Maria José Wermelinger, também se casaram e prosperaram, dispersando a semente Wermelinger pela região.

A partir da terceira geração, a família Wermelinger encontrou um novo lar e um centro de gravidade em Duas Barras, município desmembrado de Cantagalo. Este local se tornaria um epicentro da presença Wermelinger, como atestam os nascimentos de Albertina de Paula Wermelinger, Angenor Wermelinger, Antônio Paulo Wermelinger, Antônio Carlos Wermelinger e Adelina Wermelinger, todos netos e bisnetos nascidos em Duas Barras. A presença e influência da família na comunidade são tangíveis, como no "Relatório sobre as Obras da Igreja Matriz", assinado por Henrique Wermelinger, demonstrando o engajamento cívico e religioso. O próprio Livro de Tombo da Paróquia de Nossa Senhora da Conceição das Duas Barras é um registro da história e das características religiosas da família. Duas Barras não seria apenas um lar, mas o palco do Primeiro Encontro da Família Wermelinger no século XX, um testemunho da solidez de suas raízes.

A identidade dos Wermelinger, ao longo dessas gerações, tornou-se um mosaico cultural. A disciplina e a tenacidade suíças, herdadas de François Xaver, mesclaram-se à resiliência e à adaptabilidade exigidas pela vida no Brasil colonial e imperial. A língua alemã, possivelmente falada pelos primeiros colonos, deu lugar ao português, enquanto costumes e tradições se fundiam. Essa hibridez não é uma perda, mas um enriquecimento: a capacidade de navegar entre dois mundos, de carregar a memória dos Alpes e, ao mesmo tempo, abraçar o calor e a diversidade da serra fluminense. Os registros documentados – batismos, casamentos e óbitos nas paróquias de Nova Friburgo, Cantagalo e Duas Barras, bem como a lista de passageiros no Arquivo Nacional – não são apenas nomes e datas; são as coordenadas de uma jornada de transformação.

Refletir sobre a saga de François Xaver Wermelinger e seus descendentes é compreender que a identidade não é estática, mas um rio em constante fluxo, alimentado por afluentes do passado e do presente. Somos todos, em alguma medida, frutos de travessias, de escolhas audaciosas e de adaptações silenciosas. A coragem de deixar para trás o conhecido, a dor das perdas, a alegria das conquistas e a construção de um novo lar longe da pátria-mãe, tudo isso reverbera nas gerações atuais. A família Wermelinger, hoje espalhada e diversificada, carrega em seu nome e em suas histórias a essência de dois mundos que se encontraram e se abraçaram. Essa herança dual – a precisão suíça e a paixão brasileira – é um legado de força, adaptabilidade e a profunda beleza de pertencer a uma tapeçaria tecida com fios de diferentes terras e tempos. Ela nos lembra que o passado não é apenas uma coleção de fatos, mas uma força viva que molda quem somos, inspirando-nos a honrar as jornadas daqueles que, com fé e perseverança, construíram o nosso presente.


Francois Xavier Wermelinger — Arquivo Wermelinger

## Francois Xavier Wermelinger: O Patriarca Suíço e a Semente de uma Família no Brasil Em 1º de janeiro de 1775, na pitoresca Lucerna, Suíça, nascia um homem cujo destino o levaria a cruzar um oceano e a lançar as raízes de uma nova linhagem em terras distantes. Francois Xavier Wermelinger, o imigrante fundador que hoje celebramos no Arquivo Wermelinger, é uma figura central na história de nossa família, um elo vital entre o Velho Mundo e o Brasil. Sua jornada, embora pontuada por lacunas nos registros, ecoa a saga de milhares de suíços que, no início do século XIX, buscaram um novo futuro. A vida de Francois Xavier na Suíça, antes da grande travessia, permanece em grande parte [dado não disponível nas fontes consultadas]. Sabemos que seus pais, cujos nomes não foram preservados nos registros que consultamos, o viram crescer em um período de profundas transformações na Europa. Contudo, o que se sabe com certeza é que, em 1820, ele tomou a decisão monumental de embarcar rumo ao Brasil, um país que prometia oportunidades, mas que exigiria sacrifícios imensuráveis. A chegada de Francois Xavier Wermelinger ao Brasil em 1820 não foi um evento isolado. Ele fazia parte de uma onda migratória significativa, impulsionada por acordos entre o governo brasileiro e a Suíça, que visavam povoar e desenvolver regiões estratégicas do império. Segundo o "Livro da Família Monnerat" de Raymundo Bandeira Vaughan, que detalha a emigração de Francisco Xavier Monnerat e sua família entre 1819 e 1820, a família Wermelinger estava entrelaçada com outras importantes famílias suíças que chegaram na mesma época, como os Lutterbach, Heggendorn, Erthal e Lemgruber. Essa menção explícita no histórico dos Monnerat sublinha a interconexão e o destino compartilhado desses pioneiros. O "Livro da Família Monnerat" oferece um vislumbre das condições e desafios enfrentados por esses imigrantes. Francisco Xavier Monnerat, por exemplo, chegou ao Rio de Janeiro em 8 de fevereiro de 1820, a bordo do veleiro “Canilla”, que partira de Dordrecht, Holanda. Embora não tenhamos o nome do navio ou a data exata de desembarque de Francois Xavier Wermelinger, é razoável inferir que sua viagem foi igualmente longa e árdua, partindo da Europa e enfrentando as intempéries do Atlântico. A experiência da imigração era repleta de "penosos contratempos", como descreve Vaughan, citando "avarias, estragos de móveis, ferramentas, utensílios durante os transportes, atrasos nos embarques". Os compatriotas que partiam da Suíça o faziam "com os corações plenos de esperanças", mas logo se deparavam com a dura realidade de uma jornada de "3.000 léguas distantes". A chegada não significava o fim das misérias, mas o início de uma nova luta contra a natureza virgem e as adversidades de um novo lar. É plausível supor que Francois Xavier Wermelinger e sua família compartilharam dessas mesmas provações, demonstrando uma resiliência notável. No Brasil, Francois Xavier Wermelinger estabeleceu sua família com Catharina Egglin. Juntos, eles formaram o alicerce da linhagem Wermelinger em solo brasileiro. As fontes indicam que Xavier Wermelinger, como chefe da família, teve dez filhos com Catharina Egglin. No entanto, os registros genealógicos que chegam até nós listam onze nomes, o que pode indicar uma variação nos registros ou a inclusão de um filho de outro relacionamento ou de um registro posterior. Os nomes que compõem essa prole pioneira são: João Batista Wermelinger, Catharina Wermelinger, José Wermelinger, José Antonio Wermelinger, Henrique Wermelinger, Conrado Wermelinger, Maria José Wermelinger, Margarida Wermelinger, Estevam Wermelinger, Xavier Wermelinger Filho e Marianna Wermelinger. Esses filhos, nascidos em um novo continente, seriam os responsáveis por perpetuar o sobrenome e a herança cultural suíça, adaptando-se e prosperando no ambiente brasileiro. A ausência de um registro de óbito para Francois Xavier Wermelinger nas fontes consultadas [dado não disponível nas fontes consultadas] nos impede de saber os detalhes de seus últimos anos, mas sua presença como "imigrante fundador" é inegável. A história de Francois Xavier Wermelinger é um testemunho da coragem, da esperança e da perseverança. Ele não apenas viajou para um novo mundo, mas também plantou uma semente que floresceu em inúmeras gerações. O "Arquivo Wermelinger" existe hoje como um tributo a essa jornada, um espaço para preservar e compartilhar as histórias daqueles que, como Francois Xavier, moldaram a identidade de nossa família. Ao olharmos para o passado, reconhecemos a força de nossos antepassados e a profunda conexão que nos une, desde as montanhas da Suíça até as terras férteis do Brasil. A cada Wermelinger que hoje caminha pelo Brasil, ecoa o legado daquele patriarca que, há mais de dois séculos, ousou sonhar e construir um futuro.